Claus auf Reisen
Claus auf Reisen 2012  Die Alpenüberquerung Garmisch-Partenkirchen - Bieberwier - Landeck - Nauders - Schlanders - Leifers Auf unserer Tour ein Jahr zuvor kam die Idee auf mit dem Fahrrad über die Alpen zu fahren. Meine erste Reaktion war “Nee, nicht mit mir, ich bin da viel zu unsportlich für so eine Tour”. Doch schließlich hat man mich doch überzeugt. Ich muss sagen ich habe es nicht bereut. Es war eine unserer schönsten Touren und ist für jeden halbwegs trainierten Radfahrer möglich, man muss keine Sportskanone dazu sein.  1. Tag. Am Bahnhof von Garmisch-Partenkirchen starten wir um die Mittagszeit. Da wir nicht auf der Bundesstraße fahren wollen fahren wir zunächst nach Greinau. Doch hier fahren wir falsch Richtung Eibsee. Da kommt man nicht nach Österreich. Wir müssen umdrehen und doch entlang der Bundesstraße fahren. Erreicht man das Ehrwalder Tal so kann man quer über die Wiesen abkürzen und wir erreichen Bieberwier wo wir in der Pension Panorama übernachten. Zum Abendessen geraten wir in ein Hotel das voll mit Holländern besetzt ist.            2. Tag. Der zweite Tag bringt die erste Herausvorderung. Gleich am Ortsausgang von Bieberwier beginnt dei Fernpassstraße der wir zunächst folgen. Dann aber verlassen wir die vielbefahrene Bundesstraße und folgen dem Radweg. Dieser führt uns auf Schotterwegen über den Fernpass. Der oft lockere Schotter zwingt an steilen Stellen zum absteigen. Nachdem wir die Passhöhe erreicht haben geht es zunächst sanft bergab. Nachdem wir aber die Straße gekreuzt haben, wird der Weg immer schlechter und endet ein einer Mountainbikeabfahrt die unsere volle Konzentration fordert, heute ist dieses Teilstück aber breit und geschottert. Ab Schloss Fernstein geht es wieder entlang der Bundesstraße nach Nassereith wo wir Mittagsrast machen. Auf Radwegen abseits der Bundesstraße erreichen wir Imst, wo wir kurz ein Eis essen, bevor wir das Inntal erreichen und nach Landeck radeln. In Landeck reizt uns die Sonne zu einer Einkehr im Biergarten bevor wir unser Quartier in der Pension Thialblick aufschlagen.                                        3. Tag. Heute ist der Tag an dem wir gefordert werden. Zunächst geht es noch mit sanften Steigungen das Inntal hoch bis Pfunds.  Da die Reschenpassstraße für das Befahren mit Fahrrädern gesperrt ist fahren wir erst einmal in die Schweiz nach Martina von dort geht es durch 11 Harnadelkurven zur Norbertshöhe und wieder hinunter nach Nauders. Nach Pfunds steigt die Straße an und hat bis zum Schweizer Grenzübergang vielleicht schon die Hälfte an Höhenmetern bis zur Norbertshöhe überwunden.  Dummerweise geht es dann wieder hinab nach Martina und man hat die ganze Höhe wieder verloren. In Martina suchen wir vergeblich nach einer Einkehr und fahren deshalb noch ein Stück weiter in die Schweiz bis wir direkt am Radweg ein Art kleines Privatcafe finden wo wir einen frischgebackenen Kuchen zum kühlen Bier genießen. Danach heißt es sich plagen. Auf einer Strecke von 9 Kilometern erklimmen wir die Norbertshöhe. Da die Strecke eine gleichmäßige nicht zu große Steigung besitzt, klappt das, wenn man den Rhytmus gefunden hat, ganz gut.  Die Nummerierung der Kurven von 11 rückwärts bis 1 motiviert sehr, denn ist man erst einmal bei Kurve 2 vermutet man, dass es nicht mehr weit ist und mobilisiert die Reserven. Von der Norbertshöhe geht es wieder bergab nach Nauders zu unserem Nachtquarier in der Pension Winkler.                      4. Tag. Die letzten Kilometer bis zur Reschenpasshöhe sind heute Morgen nur noch ein Kinderspiel. Sanft ansteigend führt der Radweg über grüne Wiesen hinauf zum Reschensee. Von nun an geht’s bergab im wahrsten Sinne des Wortes. Tretten muss man nur noch selten. Auf einem toll ausgbauten Radweg geht es durch das wunderschöne Vinschgau bis Schlanders, wo wir in der Pension  Pernthaler übernachten. Am Abend erleben wir dann noch ein kostenloses Konzert einer Tiroler Trachtenkapelle.                                          5. Tag. Weiter geht es heute entlang der Etsch und treten braucht man kaum. Über Naturns kommen wir zu einer eigens für die Radler angelegten Serpentienenstrecke. Wir fahren durch die Randbezirke Merans und weiter durch kilometerweite Obstplantagen des Etschtales zwischen Meran und Bozen zu unserem Ziel in Leifers. Für zwei Nächte haben wir uns in der Pension Midl eingemietet und genießen gleich nach unsrerer Ankunft ein Viertel Südtiroler Wein auf der sonnigen Terrasse.                    6. Tag. Für heute haben wir eine Rundtour durch das Alto Adige vorgenommen. Zunächst fahren wir entlang der Etsch in Richtung Bozen bis wir die Etsch über eine ehemalige Eisenbahnbrücke überqueren. Wir fahren auf der ehemaligen Eisenbahn-trasse durch mehrere Tunnel nach Eppan.  Dort zweigen wir ab zum Montigler See. Da wir nicht auf der Straße fahren möchten, fahren wir auf Waldwegen, die am Ende immer schmaler und steiler werden, aber wir erreichen doch den Montigler See, wo wir Zeit für ein kühles Bier und eine Abkühlung im See haben.  Den Rückweg absolvieren wir dann doch lieber auf der Straße. Wir erreichen Kaltern und den Kalterer See. Doch dann ereilt uns das Schicksaal. Erst reißt einem Kumpel die Kette, Gott sei Dank haben wir einen erfahrenen Reparatör samt Werkzeug dabei, und dann hat auch noch der Tschurtsch Keller in Auer den wir für den Abend eingeplant haben Betriebsurlaub. Doch wir finden einen tollen Ersatz. Inmitten von Apfelplantagen an einer Brücke über die Etsch finden wir die Brückenschänke. Ein Restaurant mit einer etwas gehobenen Küche.  Als wir uns nach dem leckeren Essen beschweren, dass es zu fett gewesen sei, sagt die nette Bedienung gleich “Ich weiß was sie brauchen” und kommt mit einer Auswahl edler Brände zurück und schenkt jedem einen kostenlosen Schnaps nach Wahl ein.                           7. Tag. Heute ist der letzte Tag. Wir stärken uns nochmal beim Frühstück und radeln dann los nach Bozen. Bis unser Zug fährt haben wir noch etwas Zeit um Bozen zu besichtigen und etwas zu Essen. Es war gar nicht so einfach eine Reservierung für das Fahrrad zu bekommen. Nun stellt ich heraus, dass es gar nicht nötig gewesen wäre. Auch ohne Reservierung werden die Fahrräder in dem großen Fahrradwaggon der ÖBB mit nach München genommen.

Radfahren ist meine Leidenschaft

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